Es grünt so grün… oder auch nicht mehr

Irgendwann hatte ich mal geholfen, den Keller eines alten Hauses auszuräumen. Und wie das so manchmal im Leben ist, steckt man viele Dinge in den Keller, um sie dort ordentlich einzulagern. Manchmal gilt aber auch hier das Prinzip „Aus den Augen, aus dem Sinn“. Die Eigentümer hatten längst vergessen, was sich alles im Keller befand, wahrscheinlich hatten sie den Raum in den letzten Jahren nur betreten, um dort weitere Dinge irgendwie einzulagern reinzustopfen. Entsprechend sah der Raum aus.

Bei einer Vorbesichtigung bekam ich eine Ahnung, dass es dort jede Menge Dinge zu entsorgen geben würde … und so sollte es auch kommen. Ich hatte dann auch eine Firma bestellt, die Aktenvernichtung macht.

Dann war es soweit, der Keller sollte geräumt und besenrein übergeben werden. Vieles war recht einfach zu entsorgen: Zeitschriften konnten komplett weg und mussten nur zum Altpapier; alle Akten, die älter als 10 Jahre waren, gingen nach einer kurzen Prüfung in den Reißwolf; bei allen anderen Aktenordnern musste ich die Aufbewahrungsfristen prüfen und dann gingen die das neues Aktenlager. So wurde aus einem vollgestopften „Rummelkeller“ binnen sehr kurzer Zeit ein überschaubarer Aktenberg, der woanders neu eingelagert werden musste.

Anderes war nicht ganz so einfach zu entsorgen, neben viel Papier hatte sich auch das eine oder andere Stück angesammelt, das dann als Sperrmüll entsorgt wurde.

Dann stieß ich auf das hier:

Früher mal ein Pflanzenschutzmittel, heute ziemlich giftiger Sondermüll

Der Warnaufkleber „Gift! Arsenhaltig“ reichte mir aus, um das Paket ganz vorsichtig anzufassen. Aus Sicherheitsgründen wurde das Paket dann in einer Plastiktüte luftdicht verpackt und erst dann transportiert. Das Zeugs ist übrigens so eklig, dass es der Recyclinghof nicht als Sonderabfall annehmen durfte. Aber man konnte mir die Adresse einer Firma nennen, die Chemieabfälle entsorgen kann. Für rund 30 Euro konnte ich meinen Fund dann sicher entsorgen und bekam auch einen Nachweis darüber.

Ich möchte mir nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn 1kg Schweinfurter Grün in den normalen Hausmüll (und damit vielleicht in die Müllverbrennung) geraten wäre. Bei Wikipedia habe ich dann nachgelesen, was das Zeugs genau ist. Ich vermute, dass ein Vor-Vorbesitzer diese Substanz als einst Pflanzenschutzmittel erwarb, dann doch nicht einsetzte, dann im Keller einlagerte und es dort Jahrzehnte lag, bis … eben ich den Keller entrümpeln durfte. Ich habe auf der Verpackung keinen Herstellungsjahr mehr gefunden, aber ich vermute die Zeit um den Ersten Weltkrieg.

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About Nik

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