Extreme Dosen-Recycling

Vor vielen Jahren erlebte ich mal diese Geschichte:

Ein (damaliger) Freund trank gerne Wodka-RedBull, damals ein Modegetränk. Und auf seinen (legendären) Partys gab es viel Wodka und entsprechend viel RedBull. Er kaufte den Wodka kistenweise und RedBull palettenweise. Die leeren Dosen wurden nicht ordentlich in die leeren Paletten gestapelt, stattdessen wurden sie locker in Müllsäcke geworfen. Der Müllsack kam dann auf den Balkon. Irgendwie wurde dann vergessen, die Säcke, genauer deren Inhalt, mal abzugeben. War ja auch noch Platz auf dem Balkon. Und irgendwann kam es, wie es kommen musste: Die Balkontür ließ sich kaum noch schließen, der Balkon schon lange nicht mehr betreten.

Der Freund war von der Situation selbst genervt, es mangelte ihm aber an Motivation, die Sache aber mal durchzuziehen und die Dosen abzugeben. Also überredete ich ihm und drängte meine Hilfe auf, um den Begriff „Nötigen“ elegant zu umgeben…

Sack um Sack luden wir in sein Auto, Kofferraum und Rückbank waren vollgestopft, die letzten beiden Säcke hatte ich zwischen meinen Beinen bzw. auf dem Schoß. So fuhren wir dann zu einem Supermarkt, der zwei Automaten hatte. Nach wenigen Dosen hatten wir die perfekte Technik drauf und wussten, wie schnell wir die nächste Dose einlegen konnten, ohne Zeit zu verschwenden oder den Automaten zu überfordern.

Kamen andere Kunden, die auch Leergut zurückgeben wollten, gaben wir einen oder auch beide Automaten frei, schließlich wollten wir nicht dumm auffallen. Nach und nach leerten sich die Säcke, nach und nach bekamen wir immer mehr Pfandbons. Und nach und nach fielen wie beim Personal auf. Da wir aber keine anderen Kunden störten, ließ man uns gewähren.

Irgendwann waren wir fertig und kamen mit vielen Bons an der Kasse an. Die Kassiererin musste ihren Chef erklären, dass alles mit rechten Dingen zugegangen war, immerhin hatten sie und ihre Kolleginnen und viele Hundert Dosen in die Automaten stecken sehen, der hohe Betrag wurde dann anstandslos ausgezahlt. Das Geld reichte für eine Stange Zigaretten, eine Tankfüllung seines Autos und für ein ausgiebiges Essen beim legendären Burger-Restaurant auf der anderen Straßenseite. Und es blieb immer noch Geld übrig.

Manchmal muss man sich einfach überwinden, die Dinge anzugehen. Oder sich eben überwinden lassen…

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About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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