Forrest-Gump-Prinzip

Dumm ist, der Dummes tut.

Diesen wundervollen Satz verdanken wir dem Film Forrest Gump. Sagte ich schon, daß er einer meiner Lieblingsfilme ist? Soviel Weisheit trifft man selten. Seitdem verwende ich den Begriff „Forrest-Gump-Prinzip“ für Einrichtungen, die manchmal sehr dumme Dinge tun und sich so (freiwillig oder unfreiwillig) in die Nähe von Dummköpfen stellen.

Kris Köhntopp und ich sind uns einig, wenn es um Musik geht: Digitale-Rechte-Minderung (DRM) bringt dem Kunden im Zweifel einen Haufen Ärger. So verlinkt Kris auf einen Artikel bei Ars Technica, der beschreibt, was demnächst wahrscheinlich kommen wird: Wer DRM-geschädigte Musik bei MSN gekauft hat, der hat demnächst ein Problem und wird im Zweifel für seine Musik erneut bezahlen müssen.

Vergleichen wir das mit dem Medium Buch: Vor Jahren haben wir ein Buch gekauft und auch bezahlt. Wir konnten es lesen, wo und wann wir wollten. Nun meldet sich der Buchhändler und teilt uns mit, daß dieses Buch zukünftig nur noch in unserer Wohnung gelesen werden kann. Für den Fall, daß wir umziehen, verkauft er uns gerne ein neues Buch. Moment einmal, wir hatten doch bereits bezahlt, da ist es doch idiotisch, für das Buch doppelt zu bezahlen, oder?

Gut, dieser Vergleich hinkt etwas. Aber tut er das wirklich? Eigentlich wollen wir als Leser oder Musikhörer den Inhalt. Also den Roman oder eben das Musikstück. Das Buch ist nur die physische Transporteinheit, die ich benötige. Bei Musik ist das etwas anders, denn sie läßt sich sehr gut vom physischen Träger trennen, MP3 und anderer Kompressionsformate sei Dank. Wer Musik hören mag, der kann sich eine ganze CD kaufen (und die Inhalte selbst extrahieren) oder sich die Musikstücke (mehr oder weniger legal) beschaffen.

Alle Versuche der Musikindustrie, uns legales Herunterladen schmackhaft zu machen, wurden von Skeptikern und DRM-Gegnern kritisch beäugt. Stets sahen sie die Gefahr, der Willkür der DRM-Industrie ausgesetzt zu sein. Nun genau das bestätigt die Musikindustrie nun.

Auf gut deutsch: Wer Musik illegal aus dem Netz klaut, ist zwar ein Dieb, wer sie legal, jedoch DRM-geschädigt, im Netz kauft, ist am Ende der Depp, der doppelt zahlen muß oder aber zahlt und nichts Dauerhaftes für sein Geld erhält. Bei der Zielgruppe wird die Botschaft dann sicherlich noch etwas drastischer ausfallen: Ich klaue lieber Musik, denn da weiß ich, daß sie funktioniert.

Dumm ist, der Dummes tut. Der Verbraucher wird sich nicht ungestraft für dumm verkaufen lassen.

1 Kommentar zu „Forrest-Gump-Prinzip“

  • Azundris schrieb:

    Forrest Gump? War das der Film wo als Moral hinten rauskam, egal wie blöd Du bist, es wird trotzdem alles gut, wenn Du Dich an die Regeln hältst? Und am Besten weiß und männlich bist? Eher … nicht so mein Lieblingsfilm, wenn es der ist.

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About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
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ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
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