Freiheit – der Entscheidung

Freiheit ist auch immer die Freiheit der Entscheidung. Und Entscheiden bedeutet manchmal auch verzichten.

Unlängst unterhielten sich Freundinnen über die Ungerechtigkeiten des Lebens im Allgemeinen und im Speziellen über die Ungerechtigkeiten am eigenen gemeinsamen Arbeitsplatz. Der Arbeitgeber, genauer, der Dienstherr, schaffe ja unmögliche Arbeitsbedingungen, aus den Büromöbeln käme Formaldehyd, die Laserdrucker im Büro vergifteten die Raumluft und so weiter. Kurz gesagt, die beiden zogen so richtig vom Leder, wie man auf gut deutsch sagt.

Ich kenne die dortigen Zustände nicht, kann den speziellen Fall also nicht beurteilen.

Wie gesagt: Freiheit ist auch immer die Freiheit der Entscheidung. Und Entscheiden bedeutet manchmal auch verzichten. Sollte mir angebotenes Essen nicht schmecken, so esse ich etwas anderes oder bleibe mal hungrig. Ewiges Gejammer bringt wohl niemanden weiter.

Es wäre den beiden ein Leichtes, den angeblichen unmenschlichen Zuständen mit der eigenen Kündigung zu entgehen. Beamten müssen nicht bis zum Tode dienen, auch sie können kündigen. Aber das wollen die beiden anscheinend nicht.

Die Sicherheit des unkündbaren Arbeitsplatzes und der Pensionsanspruch scheint die angeblich unerträglichen Zustände doch irgendwie erträglich zu machen. Wasch mich, aber mach mich nicht naß? Ich findes dieses Gejammer unpassend, Millionen von Arbeitslosen können ihr Schicksal nicht so einfach mit einem Schreiben ändern.

Ansonsten war der Abend mit den beiden sehr nett. Ich freue mich schon auf den nächsten Abend…

2 Kommentare zu „Freiheit – der Entscheidung“

  • darya schrieb:

    Ach.

    Kündigen wäre der bessere Weg?
    Wie wäre es mit "Ärmel hochkrempeln & etwas gegen die Situation tun?"

    Jammern ist der erste Schritt: Verbalisierung des/eines Problems. Danach werden sie vielleicht Ärger machen und etwas in Bewegung setzen können.

    Wer weiß?

    *flöt*

    °oO(( Aber kündigen? Das Vertraute verlassen? Samt Kollegen und Routine? In so unsicheren Zeiten, in denen wir sowieso zuwenig Halt haben? ))

    Dann doch lieber jammern, hm?

    ____________________________

    Ich hab‘ wieder zuviel gegessen.
    *hiCKs*

  • picardwer7 schrieb:

    Verbalisierung ist immer nur ein Schritt. Bestimmtheit ist der zweite. Wird dieser nicht ausgeführt, nutzt Verbalisierung nur immer der Frage der Schuldigen.

    Mir ist nicht bewusst, warum hier in diesem Land immer nur gejammert wird. Formaldehyd hier, Dosenpfand da, Solidaritätzuschlag dort.

    Wir jammern hier wirklich auf einem ziemlich hohen Niveau. In den letzten Monaten bekam ich einen Überblick über Menschen, die Arbeit suchen. Tatsache ist, im Moment gibt es keine Arbeit. Punkt. Außer für den Menschen, der flexibel ist.

    Die Zeiten des "Gelddruckens" sind vorbei. 500 Kilometer weiter östlich wird im Moment das Geld gedruckt. Und wenn das nicht mehr funktioniert, eben 5000 km weiter östlich.

    Wer keinen Halt hat, wer "unsichere Zeiten" sagt – nun, es gab niemals sichere Zeiten. Und wer Halt braucht, weil er/sie sucht, wird Halt nicht finden. Denn er/sie selbst ist innerlich haltlos. Und nur der/der, der/die den Mut hat, fallen zu lassen, sich lösen zu können von bisherigem hat es auch verdient, diese Freiheit (!) zu finden.

    Ansonsten einfach hinter dem Schreibtisch sitzen und … warten. Das Leben vergeht von alleine. Das macht nichts.

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heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
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