Gefahr von Rechts! Gefahr von Rechts?

Nach den Erfolgen rechter Parteien bei den letzten Landtagswahlen mehren sich warnende Stimmen, die eine neue Gefahr von Rechts sehen.

Wir erinnern uns: Jahrelang haben sich die großen etablierten Parteien offenbar mehr mit sich selbst oder dem politischen Gegner beschäftigt als die wirklichen Probleme Deutschlands (Arbeitslosigkeit, Umbau von Wirtschafts- und Sozialsystemen usw.) zu lösen. Das ist beim Wähler angekommen.

Wir erinnern uns weiter: Der Verfassungsschutz hat die NPD-Führung unterwandert und der Staat betrieb dann die Auflösung einer Partei, die er quasi selbst mit steuerte. Das roch nicht nur etwas komisch, das stank gewaltig. Auch das ist beim Wähler angekommen.

Und nun wundern sich Politiker, daß Menschen bei Wahlen ihr Kreuz mal bei Protest-Parteien machen?

Immer wieder schossen Parteien wie Pilze aus dem Boden uns errangen beachtliche Anfangserfolge. In Hamburg war es mal sie Statt-Partei, dann die sogenannte „Schill-Partei“, in anderen Landtagen saßen auch immer wieder rechte Gruppierungen. Eines hatten sie alle gemeinsam, solide politische Arbeit haben sie alle nicht geleistet. Und nach einer Legislaturperiode war der Spuk wieder vorbei und die Büroräume wieder leer. Manchmal fehlte sogar das Mobiliar. Auch daran erinnern wir uns.

Warum wählen Menschen dann also solche Parteien? Weil etablierte Parteien nicht offen und ehrlich erklären, wie die Lage ist und was man tun muß, damit es besser wird? Weil etablierte Parteien in vielen Punkten schlicht versagen? Weil das Steuersystem seit vielen Jahren immer komplizierter und damit ungerechter wird? Es ist einfach, „das Volk“ für das schlechte Abschneiden der eigenen Partei verantwortlich zu machen. Wer hat schon die Größe und den Mut zuzugeben, daß die eigene Politik offenbar ziemlicher Mist war?

Wunderschön war die Aktion eines Fernsehsenders, der die Kandidaten der Rechtsparteien am Wahltag spontan aufsuchte und ihnen banale Fragen stellte. „Wieviel Einwohner hat ihr Bundesland?“, „Wieviele Bundesländer gibt es?“ oder „Wie lautet Artikel 1 des Grundgesetzes?“ waren darunter. Die gegebenen Antworten waren alle falsch. Herrlich entlarvend!

Also, liebe Journalisten und Politiker, denkt dran: Wenn ein Schiff untergeht, dann haben Kapitän und Offiziere fast immer versagt. Mit dem Dampfer gehen aber alle unter, die schlechtesten Chancen haben die braven und tapferen Seeleute, die weit unter Deck arbeiteten. Oder ganz platt ausgedrückt: Der Fisch stinkt immer vom Kopf her!

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About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
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