Ideen, was Susanne Gaschke zukünftig machen könnte

Susanne Gaschke hat’s ja in Kiel als Oberbürgermeisterin verkackt. Viel charmanter kann man’s ja nicht ausdrücken.

Gut, als Quereinsteiger hat man es besonders schwer, egal wo man einsteigt. Wo andere Menschen eine solide Ausbildung und jahr(zehnt)elange Erfahrung haben, hat man — im besten Fall — frische Ideen. Das muß pe se nicht schlecht sein, im Gegenteil, durch die so ganz andere Sichtweise auf (evtl. schon lange) bestehende Probleme kommt man so zu vielleicht ganz anderen, manchmal auch sehr unkonventionellen, Ansätzen.

Der Teufel steckt bekanntlich im Detail. Und da muß man sich als Seiteneinsteiger sehr schnell in Dinge einarbeiten, in Gesetze und Verordnungen einlesen. Oder aber man überläßt die Sacharbeit eben den Experten, die dafür ausgebildet sind und wissen, wie man bestimmte Dinge macht. Und was man machen kann. Und was man eben nicht machen kann. Aus technischen oder juristischen Gründen.

Was man aus politischen oder moralischen Gründen nicht machen sollte, was die Regeln des Anstandes gebieten oder gar verbieten, das sollte man selbst wissen. Das muß man selbst wissen.

Eilentscheidungen zu fällen, wo keine Eile geboten ist und jemand sehr viele Steuern zu erlassen, ist dann eine Sache, bei der man nur verlieren kann. Das könnte und sollte einem auffallen. Nach der Devise „Don’t eat yellow snow“ läßt man besser die Finger davon. Denn wenn man’s doch anfaßt, geht es schief.

Zumal bei einer Summe von 3,7 Millionen Euro sofort und fast zwangsläufig die Fragen im Raum stehen, wer welchen Vorteil davon hatte. Der Steuerpflichtige hat einen Vorteil. Und wer noch? Gab es für Susanne Gascke dann vielleicht ein „Dankeschön“? Und in welcher Höhe? Und schon hat man die (politische) Kacke am Hacken.

Frau Gaschke hat studiert und ist promoviert. Dumm ist sie also nicht. Warum tut sie dann Dinge, die vorhersehbar nach hinten losgehen und erkennbar dumm sind? Und warum tut sie sich dann mit den Konsequenzen ihres eigenen Handelns so schwer? Warum taucht sie dann erst wochenlang ab, schiebt die Schuld von sich auf Andere? Sieht so ein professionelles Krisenmanagement aus? Nein. Als erfahrene Journalistin hätte sie wissen müssen, das sie so aus einem politischem Fehler den PR-GAU in eigener Sache macht.

Uneinsichtigkeit zeigte sie auch bei ihrer Rücktrittsrede. Ich weiß nicht, wie oft das Wort „Haß“ vorkam, ich habe irgendwann aufgehört es zu zählen. Schuld war, zumindest nach Gaschkes Auffassung, die Männer, die „testosterongesteuerte Politik“, irgendwie alle anderen. Nur sie selbst nicht.

Nun ist sie endlich als Kieler Oberbürgemeisterin weg. Was macht sie nun? Ich lese in den Medien, Susanne Gasche wolle ein Buch schreiben, über ihre Erfahrungen als Berufspolitikerin. Da lasse ich mal meine Phantasie spielen, was das für ein Buch werden könnte…

Vielleicht schreibt sie das Buch nicht alleine sondern mit prominenter Unterstützung?

Susanne Gaschke und Franz-Peter Tebartz-van Elst: Über den bescheidenen und verantwortungsvollen Umgang mit (fremden) Geld.

Gut, das war ein wenig weit hergeholt. Vielleicht schreibt sie auch ein Buch gemeinsam mit Alice Schwarzer, der Kandidatin für den Jörg-Kachelmann-Preis für unabhängige und vorurteilsfreie Bereichterstattung.

Susanne Gaschke und Alice Schwarzer: Testosteron — Wieso Männer immer an allem Schuld sind.

Vielleicht überlegt sich Susanne Gaschke auch, daß es vielleicht schlau wäre, jetzt mal kleine, ganz kleine Brötchen zu backen. Nicht von Talk-Show zu Talk-Show zu tingeln und ihre Rolle als „Opfer“ zu thematisieren. Naja, eher Selbstinszenierung als „Opfer“.

Die Erfahrung hat gezeigt, daß so ziemlich jeder Mensch, selbst nach kollosallem Scheitern, eine weitere Chance bekommt. Allerdings muß man sich diese Chance verdienen. Zum Beispiel mit Demut, Bescheidenheit und — vor allem — Einsicht in die selbstbegangenen Fehler. Das gilt auch für Susanne Gaschke.

 

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About Nik

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