Kaufen im Einzelhandel vs. Kaufen online

Kaufen, so sagt es Binsenweisheit des Marketings, sei Übertragung von Gefühlen. Aus einem Wunsch wird ein verwirklichter Wunsch, aus Hunger wird Sättigung und so weiter.

Kaufen kann reine Beschaffung sein, kaufen kann aber auch aufregend sein. Dachte ich mir neulich auch und suchte ein großes Warenhaus in meiner hanseatischen Puppenstube auf. In dem zweigeteilten Gebäude hatte ich die Parfümerieabteilung noch schnell gefunden. Doch wo war das, was ich kaufen wollte?

Orientierungslos irrte ich durch die Duftabteilung des Konsumtempels. Man könnte alles nach dem Alphabet sortieren, aber das wäre wohl zu einfach. Oder nur einen Teil mit Damen- und einen mit Herrendüften. War denen wohl auch zu einfach. Ich habe das System nicht verstanden. Jetzt wäre eine Verkäuferin hilfreich gewesen.

Nach ein paar Minuten des Suchens entdecke ich eine, doch leider ist sie so ins Gespräch mit einer Kollegin, wohin man denn heute abend noch gehen könne, vertieft, daß ich meinen Wunsch, sie zu stören, unterdrücken kann. Beim Herausgehen fallen mir dann wieder die Klagen ein, daß diese Warenhauskette pleite war und daß ganz viele Arbeitsplätze auf dem Spiel standen. Offenbar keine Lektion mit nachhaltigem Lernerfolg.

Ich widerstehe dann auch der Versuchung, in zu comen und out zu finden, ob ich woanders besser bedient worden wäre. Nun frag ich mal die Amazone. Die lieferte bislang immer schnell und zuverlässig.

Gut, aus einem Einkaufserlebnis wird dann eine schnöde Logistikaufgabe mit dem Charme einer SAP-Transaktion, aber an mir hat’s nicht gelegen. Sollte der Lübecker Einzelhandel mal wieder über Umsatzrückgänge klagen, dann könnten hausgemachte Probleme die Ursache sein.

1 Kommentar zu „Kaufen im Einzelhandel vs. Kaufen online“

  • Thilde schrieb:

    So geht es mir auch manchmal. Ich bin dann oft kurz davor zu sagen „In den USA würden Sie für so ein Verhalten auf der Stelle rausgeschmissen“. Man kann natürlich zu den Gepflogenheit in Ami-Land stehen, wie man will, aber so übel behandelt wie hier wird man dort eigentlich nie. Und seit ich öfters dort war, bin ich wohl als Kunde… ähmmm… Bittsteller für deutsche Läden hoffnungslos verdorben. Mit anderen quatschen, während man kassiert, weggucken, Leichenbitter-Miene – eine echte Zumutung. Wer sich so verhält, gehört nicht in den Kundenkontakt, das sag ich ganz klar.

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About Nik

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