Lustige Erlebnisse mit der Polizei Polizisten

Wohl jeder Mensch hatte schon mal mit ‚der Polizei‘ oder einzelnen Polizisten zu tun. Als Leser von Udo Letters Lawblog lese ich da zum Teil haarsträubende Dinge. Ich bin mir sicher, daß sich nicht alles davon genau so zugetragen haben wird, wie es berichtet wurde. Aber wie immer im Leben: Unfreundliche und unkorrekte Menschen fallen immer viel stärker auf als ihre freundlichen und korrekten Kollegen. Und da grad im Lawblog eine eher unerfreuliche Geschichte erzählt wurde, geb ich mal meine Erlebnisse mit der Polizei bzw. Polizisten zum Besten:

Wir schreiben Mai 2009, die Tage meiner roten Rennschnegge waren gezählt, der Nachfolger war bestellt und sollte Ende des Monats geliefert werden, der fällige TÜV-Termin interessierte mich nicht mehr. Wozu auch noch zur Hauptuntersuchung, wenn das Auto sehr bald in den Wertstoffkreislauf gehen wird? Eben. So dachte ich mir das auch und fuhr dann eben mit abgelaufener TÜV-Plakette durch die Gegend.

Aufgrund einer Hilfeleistung stellte ich mein Auto auf dem Standstreifen der Autobahn ab und versuchte zu helfen. Auch wenn meine Hilfsleistung nicht erfolgreich (genug) war, war ich am Ort des Geschehens und wurde von der Polizei einem älteren Polizisten befragt, was ich denn gesehen hätte. Meine Personalien wollte er auch haben. Meine Ausweise usw. lagen im Auto, gute 50 Meter vom brennenden Auto entfernt. Der Polizist ging mit mir zu meinem Auto. Als wir dicht genug dran waren, sagte ich, daß ich das mit dem überzogenen TÜV-Termin wüßte, das neue Auto wäre bestellt, aber seine Auslieferung verzögerte sich und bat um Nachsicht.

Er klopfte mir auf die Schulter, lächelte mich an und meinte: „Jung, mach Dir mal darüber keine Gedanken, ich hab grad ganz andere Dinge, um die ich mich kümmern muß. Ich find’s klasse, daß Du angehalten und geholfen hast, da werd ich Dir keinen reinwürgen. Nicht wegen so einer Kleinigkeit …“ Sprachs, notierte sich meine Daten wie Personalien und Kennzeichen, falls es Rückfragen gäbe.

Eine andere Geschichte ist ein wenig länger her:

Mit einem Freund zog ich regelmäßig um die Häuser. Er hatte damals zwar Führerschein, aber kein eigenes Auto, ich holte ihn ab, wie waren unterwegs und dann lieferte ich ihn wieder vor seiner Haustür ab. Unsere Verabschiedung war ein Ritual, das jedesmal genau eingehalten wurde.
Ich: „Dann komm mal gut nach Hause“ (als ich ihn vor der Haustür absetzte)
Er: „Du auch. Und laß Dich unterwegs nicht von fremden Frauen ansprechen.“
Ich: „Sollte mich heut nacht noch eine fremde Frau ansprechen, dann nur, um mich nach Führerschein und Fahrzeugpapieren zu fragen.“

Dieses Ritual wiederholte sich wieder und immer wieder. Bis eines nachts. Da leuchtete hinter mir blaues Licht auf und mir wurde bedeutet, mal anzuhalten. Ich hielt an der nächsten Bushaltestelle, schaltete den Motor aus, Warnblinker, Standlicht und Innenbeleuchtung ein und suchte nach meiner Jacke, denn dort hatte ich meine Papiere. In der Zwischenzeit waren zwei Polizisten an mein Auto herangekommen.

Polizistin: „Guten Morgen,“ (es war deutlich nach Mitternacht) „Verkehrskontrolle, ich hätte gerne Ihren Führerschein und die Fahrzeugpapiere …“
Sie konnte ihren Satz nicht beenden, weil ich lachen mußte. Nach ein paar Sekunden hatte ich mich wieder gefangen.
Polizisten: „Was an meiner Frage hat Sie so erheitert?“

Ich berichtete von dem Verabschiedungsritual und daß ich jahrelang vergeblich darauf gewartet hatte, noch auf den letzten Kilometern von jemand angesprochen zu werden.
Ich: „Da warte ich jahrelang auf meine Chance angesprochen zu werden, nie hatte ich Glück, bis eben…“

Die Polizistin war vom Typ „Intelligent & Freundlich“, erkannte sofort, daß ich sie nicht aus– sondern anlache, fand die Situation auch lustig, nahm die Mappe mit (meinem damals noch rosafarbenen) Führerschein entgehen, tat so, als blätterte sie zur Kontrolle darin, gab mir zurück, fragte, ob ich Alkohol getrunken hätte, was ich wahrheitsgemäß verneinte. Sie wünschte mir eine gute Fahrt, gab mir meine Papiere zurück und freute sich offenbar auch an der lustigen Geschichte.

Soweit meine Erlebnisse mit Polizisten. Generell gilt: Polizisten sind auch nur Menschen und Menschen spiegeln Verhalten. Freundliches und respektvolles Verhalten ebenso wie unfreundliches Verhalten. Wer einem anderen Menschen ‚dumm‘ kommt, der darf sich nicht über Reaktion wundern. Gut, einige wenige Menschen, darunter sind auch Polizisten, lassen erkennen, daß sie leider keine gute Kinderstube genossen haben.

Ich bin froh, noch nie einen Arschloch-Polizisten geraten zu sein. Ich hoffe, das bleibt auch so. Denn ich möchte meine generell positive Einstellung zu Polizisten ungern ändern.

2 Kommentare zu „Lustige Erlebnisse mit der Polizei Polizisten“

  • Karl schrieb:

    Schöne Geschichten. Leider ist es nicht so, dass Polizisten nur das Verhalten anderer spiegeln. Im Gegenteil, sie beginnen meist erst damit und schlagen dann über die Stränge, wenn man sich der Pampigkeit und Unverhältnismäßigkeit Ihrer erwehrt.

    Habe genug erlebt, wo die Polizei auch freundlich war, aber entweder total inkompetent war (meist Verkehrssachen) oder mir einfach falsche rechtliche Grundlagen nannte, was sich erst hinterher herausstellt.

  • Klar ist es kein Allheilmittel, seinem Gegenüber freundlich und respektvoll zu kommen. In so ziemlich jeder Berufsgruppe gibt es Menschen der Kategorie „Arschloch“, die diesen Job und die damit verbundene (Macht)position nur zu gerne ausüben, um andere Menschen zu ärgern, schikanieren, unterdrücken.

    Eine Autowerkstatt, in der ich auf so einen Menschen treffe, kann ich gegen eine Werkstatt mit freundlichen Menschen wechseln. So kann das das Problem nicht lösen, aber ich kann es zu einem Nicht-mehr-mein-Problem machen.

    Bei Organisationen mit (staatlichem Gewalt)Monopol funktioniert diese Strategie nicht.

    Und gegen den Menschen-Typ „Ich bin Arschloch im Dienst, weil mein Leben und ich einfach nur scheiße sind“ ist es schwierig dagegen anzukommen. Erst recht, falls diese Menschen uniformiert und bewaffnet sind und in Organisationen arbeiten, in denen Kameradschaft manchmal falsch verstanden wird.

    Trotzdem — tot toi toi — hatte ich bislang das Glück, selten auf diesen Typ Mensch zu treffen. Beim Bund ein paar mal. Aber das ist lange her und irgendwann hab ich gelernt, die Regeln auch mal zu meinen Gunsten zu spielen. Aber das ist eine andere Geschichte 😉

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heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
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