Management in der Praxis

Neulich war ich beim Arzt. Bei einem Facharzt, zu dem man überwiesen wird und bei dem man nur mit Termin drankommt. Mein Termin ist um 15:00 Uhr, das Wartezimmer ist voll. So dermaßen voll, daß alle Sitzplätze und einige Stehplätze besetzt waren. War mir egal, ich konnte zu dem Zeitpunkt weder stehen noch sitzen. Die Engel am Empfang waren jedoch so freundlich, für mich eine Art Liegesessel in einem eigenen Raum freizumachen. Um 16:30 darf ich endlich in das Sprechzimmer.

Die Wartezeit hätte ich lieber woanders verbracht. Ich bin sicher, die meisten anderen Patienten auch. Warum das Praxis-Management den Laden so überbucht hat, ist mir schleierhaft. Ich werde beobachten, wie sich das bei den nächsten Terminen verhalten wird.

Brauchen wir mehr oder bessere Arztpraxen?

3 Kommentare zu „Management in der Praxis“

  • -thh schrieb:

    Die Antwort liegt in der Regel in der Gegenfrage "Welches Praxismanagement?".

  • Matthias schrieb:

    Es gibt sehr wohl ein Praxismanagement, aber du betrachtest die falschen Kenngrößen:

    Stell dir vor, der Arzt sei ein Prozessor eines Computers. Und damit der immer schön ausgelastet ist, wird dafür gesorgt, dass die Caches und die Pipeline immer schön gefüllt sind. Jede Wartezeit beim Nachschieben von Daten (verzeihung, Patienten) ist vergeudete Zeit.

  • Nik schrieb:

    Okay, bleiben wir bei diesem Beispiel.

    Niemand will Leerlauf bei knappen (und damit teuren) Ressourcen. Da nicht feststeht, wie lange der nächste Prozess ( = Patient) die CPU ( = Facharzt) auslasten wird, ist ein gewisser Puffer nicht nur sinnvoll sondern fast schon zwingend erforderlich.

    Warten aber zuviele Prozesse auf ihre Bearbeitung, dann werden Benutzer-Ressourcen gebunden, was nicht nur unschön ist sondern auch unnötige Kosten erzeugt, betrachtet man das Ganze. Bei richtigen Computern wird dann eine weitere CPU hinzugeführt, um die Länge der Warteschleife oder die Wartedauer der wartenden Prozesse zu reduzieren. Jeder Patient, der eine Stunde im Wartezimmer vertrödeln muß, fehlt solange am Arbeitsplatz, muß Kinderbetreuung organisieren (und evtl. auch bezahlen) usw.

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About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
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