Meßlatte Arbeitslosigkeit

Auch Du, mein Sohn Brutus. Was lesen wir heute bei Spiegel Online? Angela Merkel will sich am Abbau der Arbeitslosigkeit messen lassen. Kommt uns das irgendwie bekannt vor? Na klar, auch Gerhard Schröder hatte mal so was versprochen. Damals, vor sieben Jahren, als er Kanzler wurde. Und was wurde daraus? Damals waren es um 3,5 Millionen Arbeitslose, die während Schröders Kanzlerschaft auf bis über 5 Millionen anwuchsen. Trotz (oder gerade wegen?) verblüffender Konzepte wie Hartz I bis IV.

Nun will sich auch Angela Merkel daran messen lassen, ob die Arbeitslosigkeit sinke. Schließlich sei es für die Zufriedenheit der Menschen in Deutschland ein ganz wichtiger Punkt, ob es der Regierung gelinge, daß wir wieder mehr Menschen haben, die Arbeitsplätze haben. So hat sie es sinngemäß gegenüber der ARD gesagt. Das stimmt schon, ist aber nur die halbe Wahrheit. Es geht nicht nur um die Zufriedenheit der Bürger, es geht um viel mehr. Auch die Staatsfinanzen und Sozialkassen brauchen mehr Menschen in Beschäftigung. Wer heute als Arbeitsloser ein Empfänger staatlicher Transferleistungen ist, wird aus den Kassen bezahlt, in die er eigentlich einzahlen sollte.

Wenn aus einem Arbeitslosen ein Arbeitnehmer gemacht wird, dann ist das gut. Gut für die Zufriedenheit der Bevölkerung an sich, gut für den Betroffenen und gut für uns alle, denn die Staatsfinanzen und Sozialkassen gehören uns allen.

Frau Merkel hat die Latte hoch angelegt. Wünschen wir ihr und uns allen, daß es ihr gelingt, die Latte zu nehmen und nicht zu reißen, wie es ihrem Vorgänger Schröder erging.

Irgendwann hat auch Schröder erkennen müssen, daß er nicht der richtige Mann für den Job war. Die Bürger wußten schon früher, daß seine Politik weder eine klare Linie erkennen ließ noch erfolgreich war. So blieb ihm nur der Ausweg über ein inszeniertes Mißtrauensvotum, das eher an Schmierentheater erinnerte als an gute und sauberere Politik.

Möge Frau Merkel dieses Scheitern erspart bleiben. Und uns allen auch.

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