Negativer Sozialneid

Sozialneid ist ja so eine Sache. Einerseits neiden die, die nichts oder wenig haben, denjenigen, die etwas haben, eben jene Dinge, die die Besitzenden haben. Das ist nicht immer angebracht, denn jeder sieht das tolle bzw. teure Auto, das man fährt, aber niemand sieht dem Auto an, ob es wirklich bezahlt, finanziert oder geleast ist. Andererseits ist „Sozialneid!“ ein beliebtes Todschlagargument derer, die etwas haben und nicht darüber diskutieren wollen, ob der eine oder andere steuerliche Vorteil, der das teure Spielzeug erst möglich machte, wirklich gerechtfertigt oder gar notwendig ist.

Manchmal kann es auch ganz anders sein: Vor ein paar Tagen stand ich gedankenverloren an einer Ampel, als ich plötzlich ein sehr markantes Geräusch vernahm. Ich sah mich um und sah — viel mehr hörte — einen Ferrari F355 Spider. Schnell hatte ich mein Radio ausgeschaltet und die Fenster geöffnet, den Klang mußte ich einfach inhalieren.

Wir hatten ein paar gemeinsame Kilometer und ausnahmsweise war ich über jede rote Ampel froh, konnte ich das Schmuckstück aus der Nähe bewundern.

Ich habe keine Ahnung, was so ein Spielzeug kostet, aber ich war froh, daß jemand soviel Geld rausgehauen hat, nur damit ich meinen Spaß hatte und verbuche dieses Erlebnis als negativen Sozialneid.

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About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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