Reiseimpressionen — Juristischer Hinweis

Was macht ein gutes Hotel aus? Die Anzahl der Sterne? Die Ausstattung des Hotels, samt Schwimmbad, Sauna und Wellness-Oase? Die Lage? Die Ausstattung der Zimmer? Alles richtig und irgendwie doch nicht. Viele Menschen, die viel häufiger als ich in Hotels übernachten, stimmen jedoch mit mir überein: Es ist das Personal, das einem das Gefühl gibt, zuhause zu sein, kein Gast sondern ein Freund zu sein.

Irgendwann komme ich in ein Hotel, bekomme meinen Zimmerschlüssel, bringe mein Gepäck auf mein Zimmer. Der Tag war lang, ich möchte meine Klamotten auspacken, eine Dusche nehmen, frische Sachen anziehen und dann meine Abendverabredung wahrnehmen. Auf dem Gang sind laute Gespräche zu hören, durch die geschlossene Zimmertür. Ich sehe auf den Gang, einige ausländische Gäste reden zu laut, alle durcheinander und auf eine Hotelbedienstete ein, fordern ein neues Zimmer. Das anzubieten war leider nicht möglich, das Hotel war komplett ausgebucht, so erklärte die Hotelbedienstet.

Ich verzog mich wieder in mein Zimmer, duschte mich, verließ dann mein Zimmer, auf dem Flur noch immer das laute Palaver…

Später am Abend sitze ich an der Bar, die dem Empfang angeschlossen ist. Ein weiterer Gast, auch er hatte das laute Streitgespräch mitbekommen, hofft, dass es nicht die ganze Nacht Lärm gäbe. Sonst hätte er eine pragmatische Lösung anzubieten:

Also wenn die Typen die ganze Nacht Krach machen sollten… Ich habe Müllsäcke, Kabelbinder, Klebeband und einen Klappspaten im Kofferraum.

Der Barmann hatte von dem Vorfall gehört, spielte den Ball zurück:

Ich muss Sie allerdings darauf hinweisen, dass Mord in Österreich strafbar ist…

Die junge Hotelbedienstete setzte ein zauberhaftes Lächeln aus und fiel ihrem Kollegen ins Wort:

Es ist aber nicht weit bis zur Grenze, ich zeig Ihnen gerne den Weg…

Genau mein Humor und sie hatte die Lacher aller Anwesenden auf ihrer Seite. Später stellte sich dann heraus, dass die Gäste, sie so einen Aufstand machten, Angehörige einer ausländischen Großfamilie waren, die sich immer einmal im Monat in diesem Hotel trifft. Man kennt also das Hotel und auch die Zimmer. Warum man für einen Abend dann mit fünf Koffern Gepäck anreisen muss, hat sich keinem von uns erschlossen.

Aber die Lösung hatte einen gewissen Reiz. Wie der Abend ausging und ob da doch noch mal jemand an die Grenze gefahren war, entzog sich meiner Kenntnis.

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About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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