Reiseimpressionen Teil 3 — Reiturlaub

Von Leipzig war es zwar kein Katzensprung bis in den Bayerischen Wald, aber freie Autobahnen und gutes Wetter sorgten dafür, dass es wie eine Spazierfahrt anfühlte. „Spazierfahrt“ beschreibt auf dem letzten Streckenabschnitt auch genau mein Tempo. Auf Bundesstraßen gilt ja maximal Tempo 100km/h, aber bergauf ging es dann im 3. Gang mit 75km/h. Bergab habe ich die 100km/h dann schnell wieder erreicht und — Ehrenwort! — natürlich nicht überschritten.

Am Nachmittag dann Ankunft, Kennenlernen der Mitreiter. Auch dieses Jahr waren wir eine sehr kleine Gruppe, ich hatte zwei Mitreiterinnen, die beide schon mal dort waren und sich auskannten. Das ist schon mal ein Glücksgriff. Beide waren dann auch noch menschlich sehr nett und freundlich, das versprach eine tolle Reitwoche. Beim gemeinsames Abendessen wurden dann die Pläne für die Reittouren und die Zuordnung der Pferde auf die Reiter festgelegt

Das Wetter war in der Woche einfach nur eine Wucht: Es war warm, trocken, sonnig. Wenige Tage nach seinem Anfang, zeigte uns der Herbst, dass auch er Sommer kann. Es war so sonnig, dass ich froh war, Sonnenschutz mitgehabt zu haben.

Tag 1:
Zum Eingewöhnen zur Stiehl-Ranch, dort dann Brotzeit. Kannte ich aus dem letzten Jahr, war immer wieder schön.

Tag 2:
Ritt zur Berghütte, mittags mit Weißwurst-Imbiss unterwegs, abends dann mit Übernachtung. Das bedeutet dann Pferde versorgen, tränken, auf die Koppel bringen. Dann Holz für das Lagerfeuer vorbereiten, dann Grillen. Abends dann Feuer im Ofen der Hütte, denn nachts ist es in den Bergen schon recht frisch und der Herbst erinnert einen daran, dass er eben doch kein Sommer ist.
Die Hütte ist rustikal eingerichtet, Strom ist vorhanden, die Quelle aus den Bergen, die Wasser für die Pferde liefert (und zum Waschen und für WC-Spülung) ist derzeit trocken. Wasser wurde in großen Fässern geliefert, war also reichlich da, aber statt „Hahn auf — Wasser marsch“ gab es dann „Eimer marsch“. Da merkt man erst, was Zivilisation in der Praxis bedeutet. Aber für eine kurze Zeit ist das Abenteuer und genau das wollte ich ja.

Tag 3:
Morgens dann mal ohne warme Dusche aufstehen, Zähneputzen dann mit Mineralwasser aus der Flasche, auch das geht. Pferde vorbereiten, also Putzen, Füttern, Satteln. Per Auto kamen dann alle, die nicht in der Hütte übernachtet hatten und dann ritten wir gen Heimat. Mittags wieder mit leckerem Essen.

Tag 4:
Der (obligatorische) Romantikritt zur Burg Weißenstein, dort dann ein Imbiss. Zwischendurch gab es immer wieder Galopp-Einlagen, in denen die Noriker zeigten, dass sie nicht nur extrem tritt- und geländesichere Pferde sondern auch schnell sind, wenn es denn man gewünscht wird. Nachmittags dann wieder zurück, die Pferde versorgen und schon ist die Reitwoche wieder vorbei.

Auch dieses Jahr gab es keinen ernsthaften Unfall, nur einen kleinen Absteiger beim Aufsteigen, aber nichts ernstes. Ich hatte keinen Muskelkater, meine Ausrüstung hat gepasst, vieles davon (Reitregenmantel) hatte ich zwar mit, aber nicht gebraucht. Also an dieser Stelle noch mal einen Dank an den Wettergott. Erwähnte ich, dass das Wetter grandios war? Wir hatten das, was man woanders als Indian Summer kennt: Zwischen (immer-) grünen Bäumen färbten sich die ersten Bäume gelb und orange. Schon normal ein irre Anblick, wenn man dann langsam und entspannt durch den Wald reitet, dann ist der Anblick noch ein wenig schöner.

Abends dann Verabschiedung der ersten Mitreisenden, denn sie wollte am Abreisetag sehr früh los.

Tag 5:
Da ich einen Tag Aufenthalt mehr gebucht hatte, konnte ich ausschlafen und hatte einen Tag Erholung mehr. Dann so langsam Sachen packen und die kö-Nik-liche Karosse wieder beladen.

Am nächsten morgen dann wieder Abschied, auch dieses Jahr mit dem Versprechen, wiederzukommen.

 

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About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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