Sieben Woche ohne? Eine Woche mit!

Manche Menschen verzichten manchmal ganz bewußt auf Dinge, um Körper, Geist oder Seele zu reinigen. Die Christen kennen die Fastenzeit, die Moslems den Ramadan. Neuerdings gibt es Aktionen, die „Sieben Wochen ohne“ propagieren. Sieben Wochen mal auf Alkohol verzichten, aus Süßigkeiten, auf Fleisch oder sonstige (liebgewonnenen) Gewohnheiten.

Diese Zeit des (freiwilligen) Verzichts soll uns helfen, den Wert von Dingen zu erkennen. Wer jeden Tag Fleisch ist, der lernt den Geschmack des ersten Schnitzels nach sieben Wochen zu schätzen. Wie schmeckt ein Bier nach sieben Wochen Abstinenz? Wie nach sieben Wochen wieder mit dem Rauchen anfängt, hat allerdings selbst schuld.

Ich habe auch so eine Selbsterfahrung gemacht, allerdings eine der etwas anderen Art: Statt sieben Wochen ohne gab es eine Woche mit:
Mit viel Zeitungen, so richtig auf Papier und nicht die elektronische Variante.
Mit vielen Kreuzworträtseln, natürlich mit dem Kugelschreiber ausgefüllt.
Mit einer schmusesüchtigen Katze.
Mit viel Kabelfernsehen.

Ich wollte mal ausprobieren, wieviel Fernsehen man verträgt, ohne dabei zu verblöden. Ich fürchte, ich habe den Punkt lange überschritten. Ich war erstaunt, was es alles im TV gibt. Und wie sich die Qualität verschlechtert hat. Von wenigen Ausnahmen einmal abgesehen, kommt aus der Flimmerkiste nur noch Dreck. So jedenfalls mein Eindruck.

In Talkshows reden Menschen über Dinge, die nun wirklich nicht in die Öffentlichkeit gehören, das auch noch in schlechtem Deutsch und alle durcheinander.

In den Gerichtsshows wird ein dermaßen falsches Bild der Justiz gezeichnet, daß einem echt angst und bange werden kann. Warum sich Frau Salesch und Konsorten sich für so etwas hergeben, wird mir ewig ein Rätsel bleiben.

Aber auch das klassische Bildungsfernsehen der öffentlich-rechtlichen Anstalten wird immer schlechter. Tagesschau, Tagesthemen und ihre Gegenstücke im ZDF bieten den Zuschauern alleine sprachlich immer weniger. Da wird von „zeitgleich“ gesprochen wenn „gleichzeitig“ gemeint ist und so weiter. Das „macht“ alles keinen Sinn mehr 🙁

Irgendwie bin ich froh, daß die Woche vorbei ist. Andererseits fehlt mir die Mieze. So freue ich mich schon auf das nächste mal.

2 Kommentare zu „Sieben Woche ohne? Eine Woche mit!“

  • layla schrieb:

    Herzlichen Glückwunsch zu dieser späten aber doch gemachten Erfahrung. Auch im TV machen sich die Kürzungen von Etats und mangelnde Werbeaufträge bemerkbar. Alles wird auf billig reduziert mit möglichst wenig Aufwand. Und selbst der Vorreiter RTL kopiert nur noch aus den Staaten. Damit macht sich unsere Wirtschaftsflaute auch in der Flimmerkiste bemerkbar. Über die öffentlich-rechtlichen Sender sage ich lieber nichts;-)

  • Thilde schrieb:

    Ui, was hast du gemacht? Warst du auf Elternbesuch, oder was war der Anlass dieser Umstellung?

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About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
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