Und Deine Daten sind ge-CLOUD-t

Die Cloud, zumindest sagt man es so, sei die Lösung für alle Deine IT-Probleme. Nun gut, das kann man so glauben und dann seine Firmendaten nicht mehr im Serverraum der eigenen Firma sondern in der „Cloud“ bzw. einem Anbieter von Speicher, der irgendwo sitzt, speichern. Das alles kann(!) auch ganz gut funktionieren, wären da nicht ein paar klitzekleine Dinge, die es zu beachten gilt:

Schnelle und hochverfügbare Internet-Anbindung:
Wenn unsere Daten nicht mehr ein paar Meter weiter im Serverraum liegen, sondern irgendwo in der Cloud, dann brauchen wir eine wirklich schnelle Internetanbindung. Ja, langsam verschwinden die weißen Flecken auf der Landkarte und auch in Kleinposemuckelsdorf ist zumindest mal Internet mit mehr als Feld-DSL-Geschwindigkeit verfügbar. In immer mehr Gemeinden gibt es nun auch Glasfaser. Theoretisch sind da ganz anständige Geschwindigkeiten erreichbar. Theoretisch. Denn es stellen sich da ein paar Fragen: Was passiert, wenn zu bestimmten Zeiten sehr viele Menschen auf Daten aus der Cloud zugreifen müssen? Dann wir’s langsam. Und können wir wirklich sicher vorhersagen, ob unsere Daten auf dem Weg in die Cloud oder zurück zu uns nicht irgendwo im Stau stehen? Oder es bei unserem Internet-Provider mal ein technisches Problem gibt und unsere Internet-Anbindung ausfällt? Wie schnell ist ein (Glasfaser-) Kabel repariert, wenn Baggerschaufel zugebissen hat? Aber nehmen wir an, wir sind auf Nummer Sicher gegangen und haben 2 unterschiedliche Anbindungen bei 2 unterschiedlichen Anbietern, können also davon ausgeben, dass unsere Internet-Anbindung einigermaßen ausfallsicher ist… Es bleibt die Unwägbarkeit, wie schnell wir an unsere Daten kommen.

Wo liegen unsere Daten und wer hat noch so alles Zugriff darauf:
Können wir dem Cloud-Anbieter vertrauen? Unterliegt es vielleicht einer ausländischen Rechtsprechung und seine Regierung fordert gesetzliche Hintertüren? das wären dann Hintertüren, die direkt zu unseren Daten führen.

Wenn die Konkurrenz jemals unsere Geschäftsgeheimnisse erfahren sollte, das wird sie um Jahre zurückwerfen…

Das ist ein launischer Spruch, aber trifft er wirklich zu? Der Zugriff auf unsere Daten, unsere Wissen, auf unsere Kunden, auf unsere Kalkulationen auf … einfach alles, macht uns zu einem gläsernen Gegenspieler. Wenn unsere Konkurrenten so ziemlich alles über uns wissen, wie wettbewerbsfähig sind wir dann noch?

Selbst falls kein staatlicher Dienst mit dem Auftrag der Industrie- und Wirtschaftsspionage im Spiel sein wollte, gehört der Cloud-Anbieter jemandem. Und nun stellen wir uns vor, dass ein Großer Konzern da einsteigt. Und eben dieser Konzern eine Tochterfirma hat, die im selben Bereich tätig ist wie wir es sind. Natürlich können wir darauf vertrauen, dass unsere Daten nicht in „Feindeshand“ geraten. Aber sind wir da wirklich sicher?

Und nun denken wir doch nochmal darüber nach, ob unsere Daten nicht im eigenen Serverraum sicherer aufgehoben sind. Ja, wir brauchen dann eigene Technik. Und auch eigene Menschen, die diese Technik betreuen. Ja, beides kostet. Aber was kostet es uns, wenn wir nicht an unsere Daten kommen? Was kostet es uns, wenn Fremde auf unsere Daten zugreifen?

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About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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