Warteschlangen-Impressionen

Ich rief irgendwo an. Natürlich erreichte ich nicht die gewünschte Zielperson und landete in einer Warteschleife. Manche Menschen legen dann einfach auf, andere ärgern sich über Warteschleifen, regen sich sogar auf. Ich nicht. Ich hatte gute Laune und außerdem kann man solche Wartezeiten durchaus mit anderen sinnvollen Dingen füllen, E-Mails lesen, Papiere abheften, den eigenen Schreibtisch aufräumen und und und.

Doch nicht heute: Meine Augen schlossen sich, ich entspannte und schaltete ein wenig ab. Die Musik in der Warteschlange war nicht dieser penetrante Easy-Listening-Sound, der oft Fahrstühle verpestet, es war auch nicht dieses dümmliche Gepiepse bekannter Volksmusik-Klassiker oder irgendwas, was auch der allergrößte Banause als Klassik erkennt.

Während ich mit geschlossenen Augen wartete, hörte ich die wohl unanständigste Musik, die jemals für Piano geschrieben wurde: Boogie-Woogie. Statt von einem Piano von einem etwas künstlich klingenden Glockenspiel gespielt. Vor meinem geistigen Auge baute sich ein Bild auf, ich sah eine Celesta, bei der sich die Tasten wie durch Zauberhand bewegten und so die Musik erzeugt wurde. Walt Disney hätte es nicht schöner zeichnen können. Leider wurde die Musik dann doch irgendwann von einem Menschen unterbrochen, der mir mitteilte, daß…

Der Warteschleife hätte ich noch stundenlang zuhören können und freue mich schon auf das nächste Mal, an dem ich Boogie-Woogie hören werde… und zwar richtig und nicht als Warteschleife.

Kommentieren

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

Archiv
  • 2018 (8)
  • 2017 (38)
  • 2016 (18)
  • 2015 (21)
  • 2014 (61)
  • 2013 (78)
  • 2012 (91)
  • 2011 (67)
  • 2010 (99)
  • 2009 (105)
  • 2008 (96)
  • 2007 (94)
  • 2006 (83)
  • 2005 (123)
  • 2004 (129)
  • 2003 (30)
Kategorien