Was für ein Tag. Was für eine Nacht. Was für ein Abschied.

Morgens deutlich vor dem Wachwerden aufgestanden, um in HH eine Prüfung abzulegen. Der Engel am Empfang nimmt mit routinierter Professionalität allen Prüflingen ihre Nervosität. Bei der Prüfung geht es letztendlich nur um Sein oder Nichtsein. Dank mentaler Unterstützung bestehe ich mit deutlich mehr Punkten als benötigt, ziehe mir trotzdem den Spott der beiden Mit-Prüflinge zu, die mehr Punkte haben als ich. Sei ihnen gegönnt!

Dann wieder zurück. Die Aufgaben des Tages sind okay, doch es ist kurz vor neun, als ich zuhause ankomme. Eigentlich bin ich todmüde. Eigentlich will ich nur noch eins: Pennen. Doch hier liegen noch ein paar Sachen, die zu GP müssen. Außerdem ist es sein letzter Abend in HH, bevor er in die selbstgewählte Verbannung geht. Also wieder nach HH fahren.

Der rote Kleinwagen findet sein Ziel auf Anhieb und ist fast auf die Minute pünktlich. Das schaffen manche Menschen trotz oder gerade wegen Navigationssystem und teurer Uhren am Handgelenk nicht.

Die Wohnung von GP sieht aus wie immer, nur daß er diesmal die Ausrede „Ich ziehe ja bald aus“ für die Kartons im Wohnzimmer benutzt. Mist ist’s egal. Wir warten noch auf Verstärkung, entscheiden uns dann aber für einen gemeinsamen Treffpunkt und brechen so langsam auf.

Der rote Kleinwagen findet auf Anhieb (s)einen Parkplatz, der entgegen anderslautender Jammereien nicht am Ende der Welt ist. Nach einem erfrischend kurzen Fußmarsch treffen wir den Rest des Abschiedskommandos.

Der Ort des Geschehens war wie immer: Voll aber nicht zu voll, laut aber nicht zu laut. Die Menge an Alkohol genau richtig, einige Akteure tanzten wild, aber nicht zu wild. Und berühmt-berüchtigte Blogger sind in der Realität ganz anders als es ihres Blogs vermuten ließe, eine angenehme Erfahrung.

Irgendwann wollten unsere Helden den Laden wechseln. Nach der üblichen Diskussion („Wo wollen wir denn nun eigentlich hin?“) teilte sich dir Gruppe. Ein Teil mußte lokale die Döner Company aufsuchen, der andere Teil teilte mit, wo er gleich anzutreffen wäre. Der Döner ist wie immer sehr lecker, der Preis ist fair, der Service schnell und freundlich. Da kommt der Kunde gerne wieder.

Dann die Wendung des Abends. Das Döner-Team ist zwar nun frisch gestärkt, findet auch noch den vereinbarten Treffpunkt, jedoch nicht den Rest der Meute. Eine umfangreiche Suche im Laden führt uns zu der Erkenntnis, daß Junggesellenabschiede sehr lustig sind – für unbeteiligte Zuschauer – doch leider auch zu der Erkenntnis, daß wie den Anschluß an die Meute verloren haben. Etwas später, genauer gesagt einige Telefonate mit der Mobilbox und viele hundert ziellos gelaufene Meter, beschließen wir, die Suche aufzugeben. War das nun ein dummer Zufall oder wollte sich GP elegant vor dem Abschied drücken?

Bekanntlich soll man aufhören, wenn’s am schönsten ist, jedenfalls sind so alle Beteiligten um peinlich-rührige Verabschiedungen herumgekommen. Hat irgendwie auch was.

Die üblichen Fleckenzwerge („Na, Süßer, willste nicht mal mitkommen?“) stören mich heute kaum, es ist schon spät, ich bin schon lange auf den Beinen, der Tag war anstrengend und ich sehe wahrscheinlich zu müde aus, um ein lohnendes Ziel abzugeben.

In dichtem Nebel zuckelt der rote Kleinwagen vorsichtig nach Hause. Beim Fahren denke ich: „Was für ein Tag. Was für eine Nacht. Was für ein Abschied.“

2 Kommentare zu „Was für ein Tag. Was für eine Nacht. Was für ein Abschied.“

  • Pat Bateman schrieb:

    Nachdem ich GP schon in den Händen südostasiatischer Menschenhändler wähnte, tauchten die Jungs etwa eine Stunde nach Ihrem Aufbruch wieder auf. Ich war noch "kurz" im TR untergetaucht, dort dann Reunion. Ein kurzer Abschiedshesburger (ja, ich hatte immer noch Hunger), dann trennten sich auch unsere Wege. Ganz unpathetisch und (hoffentlich) nur für kurze Zeit.

    … Aber Ihr Parkplatz war in der Tat am Ende der Welt. Ich hoffe, der neuralgische Fuß hat den Weg gut überstanden – ich hätte Sie doch wirklich gern noch ‚rumgefahren.

    Ich habe seit Gestern eine Parkerlaubnis für das Mitarbeiterlot am TR – keine lange Suche mehr am Wochende… muhahahaha…

  • German Psycho schrieb:

    Äääh….jaaa…´tschuldigung! War keine böse Absicht, eigentlich waren wir auch da, aber irgendwie dann wohl nicht, weil wir Euch schon weg wähnten.

    Jedenfalls wars im TR dann noch recht nett, was anschließend kam, weiß ich alles gar nicht mehr so genau.

    Also: Aufrichtige Entschuldigung, loswerden wollten wir Sie ganz sicher nicht!

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About Nik

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