Was messen Performance-Indices?

Manchmal sind die Dinge kompliziert und um sie verstehen zu können, muss man sich genau damit befassen. Organisatorische Hilfen wie ITIL oder vergleichbare Dinge sollen helfen, komplizierte Dinge etwas einfacher zu machen, man bricht die Dinge in immer kleinere Stücke herunter, bis am Ende dann reines „Doing“ übrigbleibt, also einzelne „Tasks“, die (einfach) abzuarbeiten sind.

Nun kann man Systeme benutzen, die die Anzahl dieser Tasks zählen und auswerten, welcher Mensch wie viele Tasks schafft, wie lange ein Task auf Annahme warten muss, wie lange er bearbeitet wird, wie viele Tasks noch in der Warteschleife kreisen und auf ihre Bearbeitung warten. Man kann dann sehr schöne Auswertungen und Statistiken erzeugen und bekommt dann am Ende schöne bunte Grafiken, die sich hervorragend auf PowerPoint-Präsentationen machen.

Eine Redensart sagt:

Traue nur der Statistik, an deren Fälschung Du selbst (maßgeblich) beteiligt warst.

Oder ein wenig anders ausgedrückt:

Wenn Du nicht alles weißt, dann weißt Du im Grunde genommen überhaupt nichts und musst Dich auf alles (blind) verlassen…

Wenn man also nicht weiß, dass bestimmte Tasks auf eine Antwort des Benutzers warten und solange (künstlich) verzögert werden müssen, dann versteht man auch nicht, wie die Zahlen in den bunten Präsentationen Zustandekommen. Dann kann man sich über die hohe Anzahl von Tickets im System wundern oder bemängeln, dass es so viele offene Tickets gibt.

Besonders ärgerlich ist es, wenn die Menschen, die sich dann mit bunten Präsentationen berieseln — pardon — informieren lassen, durch Vorgaben dafür gesorgt haben, dass die Dinge so sind, wie sie sind, gleichzeitig dann kritisieren, dass die Zahlen so sind, wie sie sind. Wenn man aber nicht weiß, welche Größen überhaupt in die Auswertung einfließen und welche Größen nicht, dann weiß man überhaupt nichts.

Oder wie es ein Kollege formulierte:

Da kannste auch die Ausschläge beim E-Meter der Scientologen als Wissenschaft betrachten, es bleibt nur Aberglaube…

Recht hat er.

Oder aber, man bringt die Menschen dazu, die Vorgabe irgendwie zu erreichen und lädt ein — nein, eigentlich zwingt man — durch (mehr oder weniger kreative) Tricksereien die Zahlen auf dem Papier zu erreichen, auch wenn die Wirklichkeit ganz anders aussieht.

Kommentieren

About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

Archiv
  • 2018 (43)
  • 2017 (38)
  • 2016 (18)
  • 2015 (21)
  • 2014 (61)
  • 2013 (78)
  • 2012 (91)
  • 2011 (67)
  • 2010 (99)
  • 2009 (105)
  • 2008 (96)
  • 2007 (94)
  • 2006 (83)
  • 2005 (123)
  • 2004 (129)
  • 2003 (30)
Kategorien