Weisheiten des Tages

Vor einiger Zeit erreichte mich nachstehende Weisheit als Mail

Die Gnade der Unkenntnis schafft einen unermeßlichen Entscheidungsspielraum.

Wohl wahr…

1 Kommentar zu „Weisheiten des Tages“

  • obi wan schrieb:

    entscheidungen setzen kenntnis voraus: die erkenntnis eines einzuschlagenden weges. trifft ein mensch eine entscheidung, ist er sich dessen bewusst, dass ihm alternative handlungsmöglichkeiten zur verfügung stehen, von denen er sodann die eine oder andere aus-scheidet und sich für eine bewusste handlungsalternative ent-scheidet. dies gilt auch für den moment, in dem er die alternativen nicht oder nicht hinreichend bewerten kann. ein mensch, der sich entscheidet, erkennt also sich selbst in seinem handlungsrahmen. das heisst, entscheidungen setzen selbst-bewusstsein ebenso voraus wie sie es erzeugen: das wissen um sich selbst und die wahl, die man als ent-scheidender hat. ebenso wie das wissen um alternativen, die man vielleicht gerne hätte ohne dass sie zur verfügung stehen. wir erkennen ziele, sehnsüchte, mängel. daher liegt entscheidungen niemals ein unermesslicher entscheidungsspielraum zu grunde. auch ein sich seiner selbst nicht bewusstes individuum könnte seinen nächsten, unreflektierten, reflexartigen schritt nicht in unermessliche weiten tun, sondern nur unter den endlichen bedingungen seines so seins und hier seins. was nun die gnade der unkenntnis anbetrifft, so mag sich der geneigte leser vielleicht in dieser gnade bereits aufgehoben fühlen und hier abbrechen. in der tat schränken jedoch mangelhaft geschulte cognitive fähigkeiten die erkenntnis von handlungsalternativen ein. ein solchermassen ungeschulter mensch erkennt sich nicht selbst in seinem handlungsrahmen und verfügt mithin über einen geringeren grad an selbst-bewusstsein. mag dies auch im einen oder anderen falle eine gnade sein und von uns allen so empfunden werden, so erreicht man dadurch auf keinen fall einen unermesslichen entscheidungsspielraum. so sehr sich auch der autor dieses bonmots und sein publicator bemühen mögen, uns die alleinseligmachende kraft der unwissenheit als ersterbenswerten weg zur erzielung unermesslichen entscheidungsspielraums weiss zu machen, so sehr entlarvt sich dieses blog doch auch als untauglicher versuch mit untauglichen mitteln. es will uns mit einfachsten mitteln indoktrinieren, das dumpfes vor sich hin brüten horizonte öffnet. das ist mehr als opium fürs volk, es ist die angleichung des ungleichen und die ent-individualisierung des sich selbst erkennenden individuums. bei castaneda durften wir wenigstens noch pilze rauchen, bei nikolaus wird schon versucht, durch blosse simplifizierung das allgemeine intellektuelle und emotionale niveau nicht über das des homo erectus wachsen zu lassen. schon das motto des blogs weist uns diesen tragischen weg in verführerischen lettern: „from space to space“ – von einem leeren raum zum nächsten. GLAUBT IHM NICHT!

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About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
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ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
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