Weniger Zucker in Limonaden und warum die Hersteller es auch wollen…

Der Mensch isst zu süß, zu salzig, zu fett. Und dann auch noch zu viel. Jedenfalls der statistische Mitteleuropäer oder der Deutsche. Es gibt Ansätze, sich gesünder zu ernähren. Weniger Zucker, weniger Salz, weniger Fett. Und kleinere Portionen. Vor allem bei Zucker gibt es eine lebhafte Diskussion darüber, wie der Zuckerkonsum reduziert werden könnte. Staat und Krankenkassen denken über eine Art „Zuckersteuer“ nach. Je zuckerhaltiger ein Produkt, desto höher sein Preis. Messen könnte man das an der Menge des zugesetzten(!) Zuckers. Gewisse Produkte, zum Beispiel Honig und der Saft gewisser Früchte, enthalten von Natur aus viel Zucker, sie sollten nicht von einer Zuckersteuer betroffen sein.

Mittlerweile geht auch die Industrie dazu über, Limonaden und andere (recht zuckerhaltige) Produkte weniger süß zu machen. Oder zumindest Varianten in weniger süß anzubieten. So soll er Konsument die Wahl haben. Eine gute Idee. Aber wieso? Betrachten wir ein paar Aspekte:

Gut für den Verbraucher
Der Verbraucher bekommt seine Limonade nun auch in weniger süß. Wen wir mal ehrlich sind, manche Getränke, die wir zu uns nehmen sind wirklich sehr süß. Fast schon ekelsüß. Denken wir hier nur an Energydrinks. Theoretisch könnte der Verbraucher seine Limonade auch mit (Mineral-)Wasser verdünnen, um den Zuckergehalt zu reduzieren. Aber das verdünnt dann auch den Geschmack. Passiert also eher selten. Da ist eine zuckerreduzierte Variante besser.

Gut für den Hersteller
Wieso sollte eine weitere Variante gut für den Hersteller sein? Erhöht sie doch den Aufwand für Herstellung, Abfüllung, Logistik und Werbung. Nun, Limonaden bestehen aus Wasser, Zucker, Frucht, Kohlensäure… Und genau hier kann der Hersteller sparen. Am Zucker. Eine normale Limonade enthält knappe 12 Gramm Zucker pro 100ml. Also knappe 120 Gramm pro Liter. Bei der Produktion wird also ganz schön viel Zucker gebraucht. Kann ein Hersteller nun ein Drittel Zucker einsparen, dann senkt das die Kosten für Zucker auch um ein Drittel. Das lohnt sich schon. Und da ein Liter immer ein Liter bleibt, egal wie viel Zucker er enthält, sinkt mit dem Zuckeranteil auch die Dichte der Flüssigkeit. Und damit auch das Gewicht, dass es mit der fertigen Limonade zu transportieren gilt. Weniger zu transportierende Masse bedeutet auch weniger Transportkosten.
Und noch ein Vorteil für die Hersteller: Durch freiwillige Maßnahmen können sie staatlichen Regulierungen, die dann eventuell drastischer ausfielen, zuvorkommen.

Gut für die Gesellschaft
Weniger Transportgewicht bedeutet dann auch eine (wenn auch geringe) Entlastung aus Straße und Schiene. Das ist gut für uns, denn jeder Lkw, der auf der Straße fährt, belastet unsere Straßen, unsere Geduld, wenn wir mal wieder einem hinterherzuckeln müssen und nicht überholen können. Und jeder Lkw weniger entlastet auch die Umwelt. Gut, diese Auswirkungen sind eher gering, aber immerhin.
Ebenfalls gut für die Gesellschaft ist es, wenn weniger Zucker konsumiert wird. Weniger übergewichtige Kinder, weniger Zivilisationskrankheiten, die auch durch (zu hohen) Zuckerkonsum begünstigt werden.
Und was uns schmeckt, das ist oft auch erlernt. Werden wir von Kindesbeinen auf „sehr süß“ erzogen, dann wollen wir später auch immer süß. Und das muss ja nicht auf Dauer so bleiben…

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About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
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