Wenn Langeweile zu Aufregungen führt

Viele Menschen sitzen derzeit freiwillig oder unfreiwillig zu Hause. Manchmal auch in zwangsweiser Quarantäne. Und haben dann Langeweile. Und sehen das Internet leer, sehen Youtube, sehen Instagram.

Und manchmal fallen einem dazu Sachen ein. So auch Oliver Pocher. Der machte sich über Influencer lustig. Was die Betroffenen nun so überhaupt nicht lustig finden.

Kann man verstehen (wollen). Muss man aber nicht verstehen.

Was sind Influencer? Bei Wikipedia finden wir eine (wie ich finde) recht gelungene Definition. Es geht also darum, den eigenen „Ruhm“ oder eher die eigene Berühmtheit in sozialen Medien gewinnbringend zu vermarkten und andere Menschen zu beeinflussen.

Wenn Menschen, die im echten Leben echte Leistungen erbracht haben, (Ihren Ruhm und nun) Dinge vermarkten, dann kann ich das verstehen. Der ehemalige Sportler verkauft nun (in seinem Sportgeschäft) Sportartikel, an deren Entwicklung er (bestenfalls) mitgewirkt hat. Oder ein erfolgreicher (Fernseh-) Koch hat seine eigene Kollektion an Messern, Töpfen usw. Wenn Preis und Leistung nicht im krassen Mussverhältnis stehen, dann ist das wohl okay.

Wenn Menschen, deren „Ruhm“ nur aus (möglichst) vielen Beiträgen in sozialen Medien wie Facebook oder Instagram besteht, dann eigene Produkte zu (stark) überhöhten Preisen, dafür aber manchmal mit abenteuerlichen „Rabatten“ anbieten oder „Gewinnspiele“ anbieten, mit denen man die Produkte bekommt, dann ruft das auch kritische Geister auf den Plan.

Und Oliver Pocher. Der machte sich dann über diese Influencer lustig und fand dann auch deutliche Worte. Das Influencer:innen dann bitterliche Tränen vor der Kamera verdrücken und sich so von Pocher „gemobbt“ fühlen, weil er so gemein zu ihnen ist, weil er nachweisen wollte (und konnte), dass die „Likes“ und die „Follower“ bei Instagram gekauft sind…

Das erinnert mich an einen ehemaligen Verteidigungsminister, der sich hinstellte und Kritik an seiner Doktorarbeit auch als „abstrus“ darstellte und alle Vorwürfe zurückwies. Wochen später musste er unter Schimpf und Schande das Amt verlassen.

Wer als Influencer:in weder Follower noch „Likes“ kauft und auch keine unseriösen „Gewinnspiele“ macht, gibt auch Kritikern und Oliver Pocher keinen Angriffspunkt. Wer sich aber in sozialen Medien prostituiert und alles für Aufmerksamkeit macht, dem ist wenig zu helfen.

Aber am Ende haben alle gewonnen. Oliver Pocher hat wieder ein „Opfer“ gefunden, auf dem er herumtrampeln kann. Und Influencer:innen können medienwirksam in die Kamera heulen und verkünden, das eigene Profil bei Instagram abzuschalten … um es wenige Stunden wieder online zu bringen. Und die Aktion hat dann allen mehr Follower gebracht.

Man kann über Pocher denken, was man will, genau wie Mario Barth hat er seit Jahren seine Masche gefunden und bedient die Erwartungen seines Publikums. Und das macht er durchaus gekonnt. Dass sein Programm nicht jedem gefällt, ist klar. Man muss sich aber auch nicht als Influencer:in in die Öffentlichkeit stellen und sich möglicher Kritik (oder Verarsche durch einen Oliver Pocher) aussetzen.

Liebe Eltern, bringt Euren Kinder bei, dass eine gute Schulbildung und ein ehrlicher Beruf verhindern, dass man auf dem Social-Media-Strich unter die Räder kommt.

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About Nik

heißt eigentlich Nikolaus Bernhardt und ist Baujahr 1965
wohnt in der Hauptstadt des Marzipans
ist eine Mischung IT-Mensch und BWLer
hat noch ein paar (verborgene?) Talente mehr
erklärt gerne komplizierte Dinge
mag gute Werbung

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