Wetter und gefühltes Wetter

Nachdem ich mich noch vor wenigen Tagen über das zu kalte Wetter beschwerte, können wir alle mit dem Wetter wohl zufrieden sein. Ganz Deutschland erlebte ein schönes, sonniges und sehr warmes Wochenende. Ganz Deutschland? Nicht ganz, jedenfalls nicht dir drei jungen Männer, die mir gestern begegneten. War ihnen wirklich so kalt, daß sie enganliegende Mützen tragen mußte, die mich eher an Klopapier-Umhäkelung erinnerten als an Kopfbedeckungen? Vielleicht waren die Jungs auch einfach nur sowas von cool…

1 Kommentar zu „Wetter und gefühltes Wetter“

  • Dr. Bernd Sonne schrieb:

    Hallo,
    Ich bin Physiker (i.R.) und befasse mich auch mit gefühltem Wetter, da ich selbst davon betroffen bin. Aus meiner Sicht sind drei Dinge für „gefühltes Wetter“ entscheidend: die Temperatur, die relative Luftfeuchtigkeit und der Wind. Die ersten beiden Punkte werden üblicherweise gemessen.
    Hohe oder niedrige Temperaturen sind gut „auszuhalten“, sofern die Luftfeuchtigkeit niedrig ist. Beispiel: +30 Grad Celsius oder -20 Grad und 30% rel. Luftfeuchtigkeit sind kein Problem.
    Bei -20 Grad muss man nur auspassen, dass nicht die Nase oder die Ohren erfrieren. Oder bei +30 Grad bekommt man schnell einen Sonnenbrand. Sowie die rel. Luftfeuchtigkeit bei 70% oder höher liegt, ist es in beiden Fällen sehr unangenehm. Beispiel: tropisches Klima (heiss und sehr feucht) oder nasskaltes Regenwetter bei +5 Grad.
    Jetzt kommt der Wind hinzu. Wind erzeugt eine sog. Verdunstungskälte. Das bedeutet, dass der Haut Wärme entzogen wird. So wie die Haut kalt wird, wenn man hochprozentigen Alkohol darauf gießt, der dann verdunstet. Bezogen auf das gefühlte Wetter bedeutet dies, dass das tropische Wetter mit Wind nicht so unangenehm empfunden wird wie ohne Wind. Umgekehrt gilt: bei niedriger Temperatur sorgt der Wind noch für zusätzliche Kälte. Diese Windkälte ist auch messbar, wenn man die Hauttemperatur direkt misst, was aber nicht getan wird.
    Und dann gibt es noch die rein subjektive Wahrnehmung. Selbst bei identischen Messfaktoren kann es passieren. dass eine Person sich wohlfühlt, die andere aber nicht. Das aber hat psychologische Ursachen.

    Fragen dazu beantworte ich gerne.

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